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Lesung Andreas Lechner "Heimatgold"

Datum:

13.02.2020

Uhrzeit:

ab 19.00 Uhr

Eine Veranstaltung von leseglück - Grenzenlos Literatur

Lesung in der Stube des Vierseithofs

Andreas Lechner wuchs in der Münchner Altstadt ums Sendlinger Tor herum auf, wo seine Mutter einen Schreib-, Tabakwaren- und Devotionalienladen betrieb. Er studierte Musik am Richard-Strauß-Konservatorium, um dem Wehrdienst zu entgehen, und gründete später seine eigene Band „Guglhupfa“. Heute ist er als Regisseur und Produzent tätig, genauso aber auch als Autor, Musiker und Schauspieler in Film und Theater unterwegs – zuletzt am Berliner Ensemble und im Kinofilm „Zwei Herren im Anzug“ von Josef Bierbichler.

„Heimatgold“, das fulminante Buch über das Leben seines Großvaters, des Gewichthebers und Olympiasiegers Josef Straßberger aus Kolbermoor, ist Lechners erster Roman. Er entwirft dabei das grandiose Sittengemälde eines halben Jahrhunderts deutscher Geschichte, von der Jahrhundertwende bis in die frühen Tage des Wirtschaftswunders.

Die Geschäfte laufen auch während des Krieges nicht schlecht. »Gegessen und getrunken wird immer und die Leute brauchen einen Ausgleich.« Wir beschließen, dass Frieda zu befreundeten Wirtsleuten, die einen Landgasthof bei Wasserburg betreiben, verschickt wird. Wir nennen es Sommerfrische. Wer weiß, vielleicht läuft sich der Krieg über die nächsten Monate tot und wir haben hier endlich wieder ein bisschen Ruhe. Und so kommt es, dass Frieda zusammen mit Rosemarie, einer Schulfreundin, und vier Koffern in die Sommerfrische, in den kleinen Weiler Obing reist und so für eine Zeit nichts von dem mitbekommt, was in der Stadt passiert. Zum Landgasthof gehört auch ein Moorsee, der Griessee, der zu den wärmsten der Chiemgauer Seenplatte zählt. Dort schiebt Frieda einmal ein Ruderboot ins Wasser, das ein Badegast ausgeliehen hat. Auf einmal spürt sie keinen Boden mehr unter den Füßen und japst und schnauft und schlägt um sich und schluckt schon ungefähr ein paar Liter Wasser. Zum Glück springt ein Hotelgast vom Badehaus aus ins Wasser und rettet sie. Nachdem die Nachricht bei uns ankommt, setzen wir sofort alles daran, dass sie schwimmen lernt. Marie gibt das Hotel für ein paar Tage in die Hände von Edwin und fährt raus nach Obing. Da schwimmt sie mit Frieda Huckepack im Griessee, bis die eigenständig die ersten Schwimmzüge machen kann. Im Müllerschen Volksbad hat Frieda dann, nach ihrer Rückkehr, den Freischwimmerschein gemacht. Frieda ist nun in einem Alter, wo sie gerne gerettet werden möchte, nicht nur aus Moorseen, aber da ist nur der Hölzl Hans, der ihr den Hof macht. Mit ihm zusammen muss sie bei der Feuerwehr einen Löschkurs machen und als beide fragen, warum, heißt es: »Darum – ihr machts jetzt den Löschkurs, weil man nie weiß, für was man den vielleicht brauchen wird können, außerdem gibt es einen Aufruf von der Branddirektion, dass in jedem Haus ein Löschmeister sein soll, weil so viele Feuerwehrmänner im Krieg sind.« Das ist wohl das erste Mal, dass die beiden merken, dass es in der Stadt nicht mehr so sicher ist und der Krieg näher kommt und mit ihm die Fliegerangriffe. (Andreas Lechner, Heimatgold)

Das Buch ist erschienen im Volk-Verlag: Heimatgold.

Eintritt: 5,00 Euro
Karten vorbestellen unter: verwaltung@bhm-amerang.de

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