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Unsere Lieblingsobjekte

In loser Reihenfolge stellen wir Lieblingsobjekte des Museums vor. Wir berichten über die persönlichen Ausstellungshighlights der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Genauso freuen wir uns über Ihre Entdeckungen und außergewöhnlichen Geschichten zu den Objekten.

Schwerkraftfalle

Käse, Wurst, Schokocreme – was den Menschen schmeckt, verachten auch die Mäuse nicht. Die kleinen Nagetiere sind aus dem Alltag vergangener Zeiten und auch heute nicht weg zu denken. Sie leben sehr gut von Vorräten und sind in den Häusern gut vor tierischen Feinden geschützt.

In der Speis des Bartlhofs stehen auf einer Anrichte unterschiedliche Mausefallen. 
<br/> © Bezirk Oberbayern, Archiv BHM Amerang
In der Speis des Bartlhofs stehen auf einer Anrichte unterschiedliche Mausefallen.
© Bezirk Oberbayern, Archiv BHM Amerang

In der Speis im Bartlhof steht eine Schwerkraftfalle mit einem sekundärem Wasserglas (Einweckglas). Diese Falle ist nach dem bekannten Bender-Modell gebaut. Der Schreiner Carl Bender aus Wiesbaden ließ sich seine erfolgreiche Mausefalle 1889 patentieren, mit der ihm ein wirtschaftlicher Erfolg gelang. Der Mausefangautomat wurde weltweit verkauft. Im späten 19. Jahrhundert war Bender Inhaber der größten Mausefallenfabrik mit 160 Mitarbeitern.
In der Gebrauchsanleitung heißt es: „Die Maus wird mit einem Stück Speck auf eine Wippe gelockt. Mit ihrem Gewicht löst sie eine Falltür hinter sich aus und kann nur noch durch eine Röhre aus Drahtgeflecht weiterkrabbeln. Auf halber Höhe dieses Fluchtkanals passiert sie eine weitere Klappe, die mittels Rückstellsperre den Weg nach unten endgültig verschließt. Oben angelangt, gerät sie auf eine Fallbrücke und stürzt in ein tödliches Wasserbassin; der Fallbrückenmechanismus bewirkt eine erneute Öffnung des Eingangtors für das nächste Opfer“.
Aus Kostengründen wurde die Herstellung der Benderschen Fallkonstruktion 1970 eingestellt. Heute sind Fallen dieses Typs nicht mehr zugelassen.

"So fortschrittlich unsere Technik ist und, dass wir meinen, wie wir sind – die Mäuse beschäftigen uns noch immer." (Franz L., Besucherservice)

Der Hasenbräter

Halali! Ein kurioser Topf aus unserer Sammlung: der Hasenbräter. Das Emaillegeschirr mit seiner ungewöhnlichen Form ist speziell für das Braten und Schmoren eines Feld- oder Stallhasen ausgelegt.

Hasenbräter aus Emaille. <br/> © Bezirk Oberbayern, Archiv BHM Amerang
Hasenbräter aus Emaille.
© Bezirk Oberbayern, Archiv BHM Amerang

Hase gebraten: 1 Hasenziemer mit Schlegeln, 40-60g Speck zum Spicken, Salz, 60-80g Fett, Bratzutaten: 1 Zwiebel, Wurzelwerk, 3/4 l Flüssigkeit, 4-6 Eßlöffel sauren Rahm, 1  Teelöffel Weizenmehl (Bayerisches Kochbuch, 1938).