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Historisches Bauen und Sanierung

Alle Exponatgebäude im Bauernhausmuseum sind Originale und wurden von ihrem ursprünglichen Standort nach Amerang transloziert. Damit ein Gebäude nach der Transferierung noch als historisches Dokument gelten kann, sind umfangreiche wissenschaftliche Arbeiten notwendig. Zur Grundlagenforschung gehören bauhistorische Untersuchungen sowie deren exakte und ausführliche Dokumentation vor und während des Abbaus. Ergänzend wird die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte durch archivalische Quellenforschung sowie die Befragung von Gewährspersonen analysiert.

Beim Wiederaufbau gilt es die Originalsubstanz bestmöglich zu erhalten, beschädigte Bauteile behutsam zu restaurieren und Fehlendes sorgsam zu ergänzen oder zu rekonstruieren. Als Präsentationszeit wird für jedes Gebäude eine charakteristische Zeitphase seiner Geschichte herausgearbeitet. Damit ist nicht zwangsläufig der älteste bauliche Zustand zu sehen. Jede Translozierung eines Hauses bedingt Eingriffe und Veränderungen am Original, so dass sich das Museumshaus als „Präparat“ präsentiert - entstanden aus der Summe technischer, konservatorischer und didaktischer Überlegungen.

Die letzten Jahrzehnte gingen nicht unbemerkt an den Museumsgebäuden vorbei: Schon der Auf- und Abbau brachte Störungen in das Gefüge, aber auch das Wetter hinterließ Spuren. Mit den Instandsetzungsmaßnahmen gewinnt das Museum wertvolle Erfahrung in der denkmalgerechten Sanierung der Gebäude. Die Bewahrung der historischen Substanz hat oberste Priorität, die Ertüchtigungen werden detailgenau und mit handwerklichem Fingerspitzengefühl umgesetzt.